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Zu Fuß von Dresden nach Dublin

3100 Kilometer ohne Geld durch Europa

Mit dem Güterzug unterwegs - Paris - Teil 4

 

Angewiesen auf seine Füße und 20 Kilogramm Gepäck plus Banjo auf dem Rücken schlug sich der Autor ... drei Monate ohne Geld durch Europa - von Coswig in die Schweiz, nach Frankreich, England und Irland. Er erlebte Abenteuer, Entbehrungen und viele hilfreiche Menschen. (Magdeburger Volksstimme)

 

"Als Globetrotter sucht er das Authentische im Land und in den Menschen..."

(Sächsische Zeitung)

 

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"Zu Fuß von Dresden nach Dublin"

edition ost Verlag / Verlag am Park

zum Buch

 

Mit dem Güterzug unterwegs

 

  „Hier wird keine Musik gespielt, junger Mann“, schrie mich einer der vier Männer der privaten Stadtpolizei an und fummelte an seinem Gummiknüppel. Ohne zu murren, packte ich mein Banjo ein und verschwand in der Menschenmenge. Ein Clochard, der mich beobachtet hatte, sprach mich in französisch an, während er sich zu mir auf den Bürgersteig setzte: „Wusstest Du nicht, dass die Stadt einen rechten Bürgermeister hat? Dylan und Guthrie sind hier nicht gefragt.“

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Pont du Gard

 

 

Die Temperatur war in den letzten Nächten nicht unter 20 Grad gefallen, so dass ich meinen Schlafsack an der Rhone nahe der alten Brücke Pont d’Avignon ausrollte. Mitten in der Nacht schreckte ich hoch, ein Algerier versuchte, mir mein Gepäck unter dem Kopf wegzuziehen. Ein älterer Tramper, der nicht weit von mir nächtigte, stand blitzschnell hinter mir und tippte auf seinen Knüppel.

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Der Autor in Arles (Südfrankreich)

 

Und weiter trugen mich meine Füße durchs französische Land. Rund 25 Kilometer nördlich von Nîmes stand ich im tief eingeschnittenen Tal des Gardon ehrfurchtsvoll vor einem 49 Meter hohen und 275 Meter langen römischen Aquädukt; dem Pont du Gard. Von hier aus nahm ich den direkten Weg zum Zentralmassiv.

...

 

Wieder prasselte die Sonne auf mich nieder, und die Straße, die leicht anstieg, schien kein Ende zu nehmen. Die Orte glichen einander: verstaubte Straßen, Industriegebäude und Lagerhallen vor den Städten. Arbeiterviertel, an deren Häusern die Balkone über die gesamte Hausbreite ragten. Ich kroch durch einen Zaun und fand in einem Holzunterstand einen geeigneten Platz für die Nacht.

 

Der Morgen war trüb. Ich schlenderte den Bahndamm entlang und erblickte einen Güterzug. Ein kurzer Blick zum Führerhaus, und ich sprang auf. Ab ging die Fahrt durch die Allierschluchten. Bonsaitannen an der einen und der Fluss Allier an der anderen Seite säumten den Schienenstrang. Ich machte mich lang, und der Wind pfiff um meinen Kopf...

 

Paris

 

 

 

 

 

Vollkommen ermattet und hungrig erreichte ich über Issoire, Moulin und Nevers endlich Paris. Schon eine Tasse Kaffee hätte mich an diesem Tag in Hochstimmung versetzt. Noch bevor ich mir eine billige Herberge suchte, führte mich mein erster Weg nach Montmartre zum Grab von Heinrich Heine.

 

 

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Paris

 

In Paris lernte ich Menschen aus den verschiedensten Teilen der Welt kennen: aus Mexiko und den USA, aus Russland und Italien... Ein Türke lud mich nach London ein, wo er lebt und arbeitet. Die Tage verbrachte ich mit Banjospielen in der Metro oder ausgedehnten Stadtspaziergängen durch die Hauptstadt.

 

Nach vier Tagen ging ich auf einen 260 Kilometer langen Fußmarsch von Paris nach Calais und setzte nach Dover über.

 

Weitere Kilo an Körpergewicht verloren, weil die Lebensmittel in England so teuer sind, leistete ich mir von meinem in Paris verdienten und gesparten Geld eine Jugendherberge in Eastbourne. Ich traf drei Deutsche, mit denen ich eine Wanderung entlang der weißen Steilküste Beachy Head unternahm...

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Steilküste Beachy Head in Eastbourne

 

 

weiter Teil 5 - letzter Teil

 

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Trotter Nr. 121 - September 2006

 

 

 

 

 

 

"Wahre Worte sind nicht angenehm,

angenehme Worte sind nicht wahr."

Laotse

 

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