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Flüchtlinge aus dem Balkan

Legen   wir   hierzu,   weil   uns   diese   Region   näher   und   scheinbar vertrauter     ist,     unser     Augenmerk     stellvertretend     für     alle anderen   Flüchtlingsgebiete   auf   den   Balkan,   genauer   auf   das ehemalige   Jugoslawien   und   Albanien.   Fast   jeder   hat   die   Bilder der    größten    Flüchtlingstrecks    und    Routen    im    Kopf.    Die Menschen   drängen   nach   Mittel-   und   Nordeuropa.   Die   Sachlage ist     also     für     einen     Mitteleuropäer     leichter     zu     begreifen. Hauptsächlich     ist     die     Armut     der     Menschen     aus     den Zerfallsstaaten    des    einstigen    Tito -Staates    Jugoslawien    und Albanien    der    Grund    zur    Flucht.    Es    ist    das    Ergebnis    der westeuropäischen   Politik,   zunächst   unter   Anleitung   der   NATO, hier      besonders      der      USA,      heute      der      europäischen Führungseliten.    Erstens    wollten    sie    keinen    sozialistischen Staat,   schon   gar   nicht   so   einen   großen,   zweitens   keinen   in solch   einer   guten   politischen   und   ökonomischen   Verfassung und     drittens     passte     Jugoslawien     in     Anbetracht     seiner geostrategischen   Lage   ganz   und   gar   nicht   in   das   aufstrebende EU-Projekt.   Zum   Anlass   des   Einmischens   des   Westens   kam   die Beschwerde   separatistischer   Nationalisten,   die   sich   von   der   jugoslawischen   Regierung materiell   nie   genug   berücksichtigt   fanden,   gerade   recht,   um   Einzelstaatsgründungen   auf dem   Westbalkan   voranzutreiben.   Das   Ziel   war,   einen   neuen   Binnenmarkt,   zudem   von beachtlicher    Größe,    zu    erschließen,    die    Leitwährung    Dollar    weiteren    Weltregionen aufzulegen.     Alles     unter     dem     simplen     Vorwand,     die     Menschen     vom     »Joch     der Sowjetunion«   zu   befreien.   Ein   Schuldiger   war   schnell   gefunden:   Serbien,   welches   die Gebietsansprüche   am   Kosovo   nicht   aufgeben   wollte.   Es   folgte   die   Kriegserklärung   der NATO, die sich großkotzig mit der US-Luftwaffe präsentierte. Nach     der     militärischen     Befreiung     (die     amerikanischen Rüstungskonzerne    haben    beachtlich    verdient)    folgte    die friedliche   Annexion   der   Europäischen   Union.   Hierzu   wurden die   vorgefundenen   Wirtschaftsgüter   auf   ihre   Tauglichkeit   für europäisches   Kapital   geprüft.   Ganz   konkret,   bei   Unattraktiven überließ     man     den     Arbeiterselbstverwaltungen     in     den jugoslawischen   Betrieben   die   Abwicklung   der   Arbeitskräfte. Hingegen   sich   bei   produktiven   Unternehmen   die   europäischen Wirtschaftsbosse    als    Heilbringer    aufopferten .    Das    Ergebnis dieser    Machenschaften    zeigte    sich    schnell,    die    Arbeitslosenquote    stieg    rapid    auf    40 Prozent   innerhalb   eines   Jahres   an.   Für   die   einheimische   Bevölkerung   stand   auch   hier   der Schlechte ,   die   Leute   aus   den   ehemaligen   Arbeiterselbstverwaltungen   und   der   Gute ,    die EU   mit   ihren   Wirtschaftsbossen   und   ihrem   amerikanischen   Dollar,   fest.   Die   Folgen   spüren wir   jetzt.   Die   EU   hat   einfach   übersehen,   dass   es   vor   Ort   zu   viele   Menschen   gibt,   welche auf   Lohn   angewiesen   sind.   Vergessen   wurde   einfach,   dass   ein   neuer   Absatzmarkt,   neue Konsumenten   benötigt   und   dass   ein   Konsument   nur   ein   solcher   sein   kann,   wenn   er   Geld verdient.   Kann   er   nicht   genügend   verdienen,   sucht   er   sich   einen   andern   Lebensfleck,   wo er   es   zumindest   theoretisch   könnte.   Zynisch   müsste   man   behaupten,   hat   nicht   die deutsche    Politik    immer    gefordert,    besonders    von    den    in    Deutschland    lebenden Arbeitslosen,   die   Menschen   müssen   flexibler   in   der   Region   der   Arbeitssuche   werden.   Nun bitte    Herr    Ingo    Kramer,    als    Vertreter    der    Unternehmerschaft,    hier    haben    Sie    ihre Arbeitskräfte.   Er   darf   sicher   sein,   dass   Zöllner,   Polizei   und   Behörden   die   Flüchtlinge katalogmäßig   korrekt   erfassen   und   diese   von   Sprachlehrern   zu   Deutsch   sprechenden Billiglöhnern        ausgebildet    werden.    Der    Staatsapparat    arbeitet,    ohne    dass    es    dem einzelnen   Staatsdiener   selbst   bewusst   ist,   am   Limit   für   dieses   Ziel.   (Ihren   Stundenlohn zahlen   nicht   die   Konzerne,   sondern   er   wird   aus   der   Staatskasse   –   mit   Steuereinnahmen der allgemeinen Bevölkerung - bezahlt) Zwischenzeitlich    ist    für    die    ehemaligen    Jugoslawen    und    Albaner    die    Ernüchterung gekommen.     Die     Länder     Serbien,     Mazedonien,     Montenegro,     Albanien,     Bosnien- Herzegowina   und   der   Kosovo   stehen   auf   der   Liste   der   sicheren   Herkunftsländer.   Das bedeutet,   die   Anerkennung   der   Menschen   auf   Asyl   gehen   gegen   Null.   Seit   Anfang   2015 werden   alle   Flüchtlinge   aus   den   eben   benannten   Staaten   in   ihre   jeweiligen   Heimatländer zurück   geschickt.   Als   Lohn   für   den   jahrelangen   Dienst   im   Sinne   der   EU   wird   eben   diesen Menschen ein EU-Beitritt in Aussicht gestellt.
mehr zum Thema Sahra Wagenknecht (DIE LINKE) Soziale Kälte und solidarisches Miteinander, das geht nicht zusammen (17. Februar 2016)

Die Toleranz ist schuld

Fragmente zum Populismus, über Flüchtlinge und AfD

CDU und SPD sprechen von einem »Dauerproblem«

Um   das   Thema   Flüchtlingspolitik   in   den   Griff   zu   bekommen,   betont die   Regierungskoalition   aus   CDU   und   SPD   immer   wieder,   dass   sie mit   dieser   Aufgabe   »zu   tun«   haben.   Intern   und   inoffiziell   spricht man   gar   von   einem   »Dauerproblem.«   Völlig   realitätsfern   scheint ihnen   zu   sein,   dieses   »Dauerproblem«   dadurch   zu   lösen,   in   den Ländern,   welche   die   Menschen   massenweise   verlassen,   vernünftige Lebensbedingungen   zu   schaffen.   Dies   würde   allerdings   nicht   dem westlichen,   gleich   imperialistischen   Weltbild   entsprechen,   dessen noch    nicht    offiziell    verkündeten    Ziel    es    ist,    die    kapitalistische Weltrevolution ,      besonders     nach     dem     Zusammenbruch     des Ostblockes,   voran   zu   treiben.   Dies   zeigt   sich   bereits   darin,   dass Hilfsorganisationen    bereits    seit    2013    bei    der    EU    um    Geld    für syrische   Flüchtlinge   in   Jordanien   betteln.   (Jordanien   hatte   2015   5,9 Mill.   Einwohner   und   1,9   Mill.   Flüchtlinge)   Ganz   unverhohlen   spiegelt sich   das   in   der   amerikanischen   Rüstungs-   und   Weltpolitik   wieder,   welche   auf   einem   klaren Schwarz-Weiß-Denken   beruht,   wer   nicht   für   uns   arbeitet,   ist   gegen   uns.   Solch   ein   Staat wird   kurzerhand   von   Amerika   zum   Schurkenstaat    oder   zur   Terrorregion   erklärt.   Die   Lösung heißt   für   die   USA   häufig   nicht   Diplomatie   sondern   Krieg.   So   leiden   viele   ehemalig   besetzte Staaten    an    deren    Säuberungsaktionen.    In    Südostasien    hat    Amerika    sein    Ziel    bereits erreicht:   Transpazifische   Partnerschaft   (TPP) ,   ein   Handelsabkommen,   welches   fast ausschließlich   Vereinigten   Staaten   von   Amerika   Vorteile   bringt   und   die   ostasiatischen Staaten   in   absehbarer   Zeit,   circa   zehn   Jahren,   in   die   Überschuldung   gegenüber   den   USA treibt. Dieser   Politik   wegen   haben   es   die   Menschen   satt,   in   einem   Staat,   zerfressen   vom   Krieg, mit   ausgelaugter   Wirtschaft   zu   leben.   Sie   werden   Flüchtling.   Sie   suchen   sich   ein   Zielland, welches    ihnen    die    Möglichkeit    einer    menschenwürdigen    und    wirtschaftlichen    Existenz bietet.   Europa   ist   diese   Hoffnung.   Europa   ist   mehr.   Wir   können   die   Probleme   noch   mit Diplomatie   lösen,   ohne   uns   dabei   wirtschaftlich   zu   ruinieren,   fußt   doch   die   europäische, nicht wie die amerikanische Wirtschaft zur Überlast, auf Rüstungsgewinne.
Flüchtlingshilfe FAZ: »Jordaniens menschlicher Umgang mit Flüchtlingen« (5. August 2015) Flüchtlingshilfe Rosenplatz: »EU lässt das UN- Welternährungsprogramm in Syrien im Stich« (18. September 2015) UNRWA (23. Mai 2016) Deutschlandfunk: »Syrische Flüchtlinge in Jordanien - Unbeliebte Neuankömmlinge« (4. Dezember 2013)

Von der Willkommenskultur zur deutschen Leitkultur

Dabei    hilft    es    nicht    eine    Kampagne    zur    Willkommenskultur    auszurufen    oder    gar    eine deutsche   Leitkultur   zu   verordnen,   welche   der   Einwanderungswillige   noch   unterzeichnen muss,   wie   beispielsweise   der   FOCUS   im   Namen   der   Bundesregierung   fordert.   Haben   sich die   Redakteure   einmal   gefragt,   wie   sich   ein   Syrier   dabei   fühlt,   wenn   er   sich   die   Meinung   »… Existenzrecht      Israels      als      Teil      der      deutschen      Staatsräson«      (Quelle:      FOCUS, » Integrationspflicht   für   Migranten «,   1.   Oktober   2015)   zu   eigen   machen   soll.   Also   einen Staat   bedingungslos   anerkennen   soll,   mit   welchem   er   seit   1948   beinah   dauerhaft   im   Krieg steht.   (Siehe:   Karin   Leukefeld,   Flächenbrand   Syrien ,   Irak,   PapyRossa   Verlag,   Köln   2015) Noch    beschämender    fühlt    er    sich,    wenn    er    als    abgeschobener    Flüchtling    in    seine Heimatregion    zurückkehrt.    Hier    wird    er    von    seinen    eigenen    Leuten,    eine    Form    der schlimmsten Demütigungen für einen Menschen, als gescheitert abgestempelt. Um   uns   dieses   Gefühl   zu   verdeutlichen,   nehmen   wir   eine   Situation   aus   unserer   Umgebung. Stellen   wir   uns   vor,   ein   jahrelanges   Traditionsgeschäft   schließt   seine   Pforten.   Uns   kommt   es selten   in   den   Sinn,   dass   der   Inhaber   in   den   wohl   verdienten   Ruhestand   treten   möchte. Stattdessen   sprechen   wir   ihn   häufig   mit   den   Worten   an:   »Es   geht   wohl   nicht?«   oder   noch dreister: »Wann senken Sie ihre Ware? Sie wollen das doch nicht alles wegschmeißen?« Zurück   zur   Willkommenskultur.   Sie   muss   für   den   einzelnen   Bürger   fühlbar   gemacht   werden. Eine   TV-Orgie,   wie   im   August   2015   durch   das   öffentlich   rechtliche   Fernsehen   veranstaltet, mit   Nationalstolz   im   Gewand   des   Humanismus,   um   aller   Welt   mitzuteilen:   wir   Deutschen von   heute   sind   ganz   anders.   Wir   sind   weltoffen   und   tolerant   gegenüber   Vertriebenen   und Verfolgten,    wobei   wir   uns   mit   den   Flüchtlingen   selbst   zu   adeln   versuchen,   wirkt   deplatziert. Wer   ehrlich   hilft,   hilft   auch   ohne   Medienpräsenz.   Und   dass   sich   damit   national   denkende Menschen,   ob   Pegida-Anhänger   oder   nicht   überzeugen   lassen,   bleibt   zu   bezweifeln.   Dieser Mensch   sieht   nur   einströmende   Fremde,   welche   ihm   nach   seinem   Arbeitsplatz   trachten. Und   genau   diese   Bürger   fühlen   sich   bestätigt   durch   folgenden   Journalismus:   »1.   Flüchtlinge nehmen   uns   unsere   Jobs   weg.   Falsch!   Der   Arbeitsmarkt   in   Deutschland   brummt.   Zur Jahresmitte   waren   fast   43   Millionen   Menschen   erwerbstätig,   170   000   mehr   als   ein   Jahr zuvor.   Rekord!   Gleichzeitig   waren   bei   den   Arbeitsagenturen   589   000   Stellen   als   offen gemeldet,   87   000   mehr   als   vor   einem   Jahr…«   (Quelle:   Bild   entlarvt   » Sieben   Vorurteile gegenüber    Flüchtlingen «,    26.    August    2015)    Bild    ergreift    nicht    etwa    Partei    für    die Flüchtlinge,   sondern   nimmt   Vorurteile   und   reichert   sie   mit   vermeintlichen   Fakten   an,   dass der   Leser   klar   das   Falsch   als   Richtig    erkennt.   Er   schlussfolgert:   Wenn   der   Arbeitsmarkt nicht brummt, werden diese Arbeitskräfte nicht eingestellt, sondern entlassen. Das   es   auch   im   Journalismus   anders   geht,   zeigt   die   Reportage Die   heile   Welt   des   Jose   Heeg .   Nehmen   wir   Henning   Sußebach als   Beispiel   für   echten   investigativen   Journalismus   aus   dem   Pulk der    Reporter,    welche    diesem    Berufsstand    noch    mit    Ehre anreichern.   Besser   als   in   dieser   Reportage   über   Ausländer   kann man       Toleranz       und       Vertrauen       als       Mittel       gegen Selbstgerechtigkeit    kaum    verdeutlichen.    Und    dass    wir    kaum Tolerant   sind,   zeigt   sich   spätestens   beim   Mindestlohn.   Denn Toleranz   hat   immer   etwas   mit   Gönnen   gemein.   Seit   wir   die   Geiz ist   Geil    Mentalität   gänzlich   verinnerlicht   haben,   verbreitet   sich die   landläufige   Meinung:    Das   Produkt,   was   ich   verkaufe   ist   zu billig,   aber   das,   welches   Du   verkaufst   kommt   dem   Mondpreis nah ,   wie   ein   Flächenbrand.   Jeder   möchte   8,50   Euro   (brutto)   in der   Stunde   haben.   Das   bedeutet,   ich   klage   sie   nicht   nur   für   mich ein,   sondern   ich   gönne   es   auch   meinem   Nachbarn,   meinem   Gegenüber,   dem   anderen Mitmenschen.   Es   ist   leicht   mit   der   gegenseitigen   Geringschätzung   zu   brechen,   doch   sollten wir   bedenken,   dass   »je   individualistischer   eine   Gesellschaft,   desto   raumgreifender   werden offenbar   auch   die   Egoisten.   Und   je   ungleicher   eine   Gesellschaft,   desto   verheerender   enden die Kollisionen.« (Quelle: H. Sußebach, Die große Welt gleich nebenan , S. 49) Seite 3
mehr zum Thema Zeit-Magazin: »Herr Hibbe macht zu« (10. Juli 2014) Zeit-Magazin: »Die heile Welt des Josef Heeg« (16.  April 2014) Henning Sußebach, Die große Welt gleich nebenan, Ch. Links Verlag, März 2016
Kind mit Kleinkind auf dem Arm, Jugoslawien, Kosovo, 1998
»je individualistischer eine Gesellschaft, desto raumgreifender werden offenbar auch die Egoisten. Und je ungleicher eine Gesellschaft, desto verheerender enden die Kollisionen.« (Henning Sußebach, Journalist)  
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Die Toleranz ist schuld

Fragmente zum Populismus, über Flüchtlinge und AfD

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Flüchtlinge aus dem Balkan

Legen    wir    hierzu,    weil    uns    diese    Region näher   und   scheinbar   vertrauter   ist,   unser Augenmerk   stellvertretend   für   alle   anderen Flüchtlingsgebiete   auf   den   Balkan,   genauer auf      das      ehemalige      Jugoslawien      und Albanien.    Fast    jeder    hat    die    Bilder    der größten    Flüchtlingstrecks    und    Routen    im Kopf.    Die    Menschen    drängen    nach    Mittel- und   Nordeuropa.   Die   Sachlage   ist   also   für einen   Mitteleuropäer   leichter   zu   begreifen. Hauptsächlich   ist   die   Armut   der   Menschen aus   den   Zerfallsstaaten   des   einstigen   Tito - Staates   Jugoslawien   und   Albanien   der   Grund zur     Flucht.     Es     ist     das     Ergebnis     der westeuropäischen    Politik,    zunächst    unter Anleitung    der    NATO,    hier    besonders    der USA,          heute          der          europäischen Führungseliten.   Erstens   wollten   sie   keinen sozialistischen   Staat,   schon   gar   nicht   so   einen   großen,   zweitens   keinen   in   solch einer    guten    politischen    und    ökonomischen    Verfassung    und    drittens    passte Jugoslawien   in   Anbetracht   seiner   geostrategischen   Lage   ganz   und   gar   nicht   in   das aufstrebende    EU-Projekt.    Zum    Anlass    des    Einmischens    des    Westens    kam    die Beschwerde    separatistischer    Nationalisten,    die    sich    von    der    jugoslawischen Regierung     materiell     nie     genug     berücksichtigt     fanden,     gerade     recht,     um Einzelstaatsgründungen   auf   dem   Westbalkan   voranzutreiben.   Das   Ziel   war,   einen neuen   Binnenmarkt,   zudem   von   beachtlicher   Größe,   zu   erschließen,   die   Leitwährung Dollar   weiteren   Weltregionen   aufzulegen.   Alles   unter   dem   simplen   Vorwand,   die Menschen   vom   »Joch   der   Sowjetunion«   zu   befreien.   Ein   Schuldiger   war   schnell gefunden:   Serbien,   welches   die   Gebietsansprüche   am   Kosovo   nicht   aufgeben   wollte. Es   folgte   die   Kriegserklärung   der NATO,   die   sich   großkotzig   mit   der   US-Luftwaffe präsentierte. Nach      der      militärischen      Befreiung      (die amerikanischen      Rüstungskonzerne      haben beachtlich     verdient)     folgte     die     friedliche Annexion    der    Europäischen    Union.    Hierzu wurden    die    vorgefundenen    Wirtschaftsgüter auf   ihre   Tauglichkeit   für   europäisches   Kapital geprüft.     Ganz     konkret,     bei     Unattraktiven überließ   man   den   Arbeiterselbstverwaltungen in       den       jugoslawischen       Betrieben       die Abwicklung    der    Arbeitskräfte.    Hingegen    sich    bei    produktiven    Unternehmen    die europäischen    Wirtschaftsbosse    als    Heilbringer    aufopferten .    Das    Ergebnis    dieser Machenschaften   zeigte   sich   schnell,   die   Arbeitslosenquote   stieg   rapid   auf   40   Prozent innerhalb   eines   Jahres   an.   Für   die   einheimische   Bevölkerung   stand   auch   hier   der Schlechte ,   die   Leute   aus   den   ehemaligen   Arbeiterselbstverwaltungen   und   der   Gute ,   die   EU   mit   ihren   Wirtschaftsbossen   und   ihrem   amerikanischen   Dollar,   fest.   Die Folgen   spüren   wir   jetzt.   Die   EU   hat   einfach   übersehen,   dass   es   vor   Ort   zu   viele Menschen   gibt,   welche   auf   Lohn   angewiesen   sind.   Vergessen   wurde   einfach,   dass ein   neuer   Absatzmarkt,   neue   Konsumenten   benötigt   und   dass   ein   Konsument   nur ein   solcher   sein   kann,   wenn   er   Geld   verdient.   Kann   er   nicht   genügend   verdienen, sucht   er   sich   einen   andern   Lebensfleck,   wo   er   es   zumindest   theoretisch   könnte. Zynisch   müsste   man   behaupten,   hat   nicht   die   deutsche   Politik   immer   gefordert, besonders   von   den   in   Deutschland   lebenden   Arbeitslosen,   die   Menschen   müssen flexibler   in   der   Region   der   Arbeitssuche   werden.   Nun   bitte   Herr   Ingo   Kramer,   als Vertreter   der   Unternehmerschaft,   hier   haben   Sie   ihre   Arbeitskräfte.   Er   darf   sicher sein,    dass    Zöllner,    Polizei    und    Behörden    die    Flüchtlinge    katalogmäßig    korrekt erfassen    und    diese    von    Sprachlehrern    zu    Deutsch    sprechenden    Billiglöhnern      ausgebildet    werden.    Der    Staatsapparat    arbeitet,    ohne    dass    es    dem    einzelnen Staatsdiener   selbst   bewusst   ist,   am   Limit   für   dieses   Ziel.   (Ihren   Stundenlohn   zahlen nicht   die   Konzerne,   sondern   er   wird   aus   der   Staatskasse   –   mit   Steuereinnahmen   der allgemeinen Bevölkerung - bezahlt) Zwischenzeitlich   ist   für   die   ehemaligen   Jugoslawen   und   Albaner   die   Ernüchterung gekommen.    Die    Länder    Serbien,    Mazedonien,    Montenegro,    Albanien,    Bosnien- Herzegowina   und   der   Kosovo   stehen   auf   der   Liste   der   sicheren   Herkunftsländer.   Das bedeutet,   die   Anerkennung   der   Menschen   auf   Asyl   gehen   gegen   Null.   Seit   Anfang 2015   werden   alle   Flüchtlinge   aus   den   eben   benannten   Staaten   in   ihre   jeweiligen Heimatländer   zurück   geschickt.   Als   Lohn   für   den   jahrelangen   Dienst   im   Sinne   der EU wird eben diesen Menschen ein EU-Beitritt in Aussicht gestellt.
mehr zum Thema Sahra Wagenknecht (DIE LINKE) Soziale Kälte und solidarisches Miteinander, das geht nicht zusammen (17. Februar 2016)

CDU und SPD sprechen von einem »Dauerproblem«

Um   das   Thema   Flüchtlingspolitik   in   den   Griff   zu bekommen,   betont   die   Regierungskoalition   aus CDU    und    SPD    immer    wieder,    dass    sie    mit dieser    Aufgabe    »zu    tun«    haben.    Intern    und inoffiziell      spricht      man      gar      von      einem »Dauerproblem.«    Völlig    realitätsfern    scheint ihnen   zu   sein,   dieses   »Dauerproblem«   dadurch zu   lösen,   in   den   Ländern,   welche   die   Menschen massenweise           verlassen,           vernünftige Lebensbedingungen    zu    schaffen.    Dies    würde allerdings      nicht      dem      westlichen,      gleich imperialistischen   Weltbild   entsprechen,   dessen noch   nicht   offiziell   verkündeten   Ziel   es   ist,   die kapitalistische   Weltrevolution ,    besonders   nach dem   Zusammenbruch   des   Ostblockes,   voran   zu treiben.    Dies    zeigt    sich    bereits    darin,    dass Hilfsorganisationen   bereits   seit   2013   bei   der   EU um   Geld   für   syrische   Flüchtlinge   in   Jordanien   betteln.   (Jordanien   hatte   2015   5,9   Mill. Einwohner   und   1,9   Mill.   Flüchtlinge)   Ganz   unverhohlen   spiegelt   sich   das   in   der amerikanischen   Rüstungs-   und   Weltpolitik   wieder,   welche   auf   einem   klaren   Schwarz- Weiß-Denken   beruht,   wer   nicht   für   uns   arbeitet,   ist   gegen   uns.   Solch   ein   Staat   wird kurzerhand    von    Amerika    zum    Schurkenstaat     oder    zur    Terrorregion    erklärt.    Die Lösung   heißt   für   die   USA   häufig   nicht   Diplomatie   sondern   Krieg.   So   leiden   viele ehemalig    besetzte    Staaten    an    deren    Säuberungsaktionen.    In    Südostasien    hat Amerika    sein    Ziel    bereits    erreicht:    Transpazifische    Partnerschaft    (TPP) ,    ein Handelsabkommen,   welches   fast   ausschließlich   Vereinigten   Staaten   von   Amerika Vorteile   bringt   und   die   ostasiatischen   Staaten   in   absehbarer   Zeit,   circa   zehn   Jahren, in die Überschuldung gegenüber den USA treibt. Dieser   Politik   wegen   haben   es   die   Menschen   satt,   in   einem   Staat,   zerfressen   vom Krieg,   mit   ausgelaugter   Wirtschaft   zu   leben.   Sie   werden   Flüchtling.   Sie   suchen   sich ein     Zielland,     welches     ihnen     die     Möglichkeit     einer     menschenwürdigen     und wirtschaftlichen   Existenz   bietet.   Europa   ist   diese   Hoffnung.   Europa   ist   mehr.   Wir können   die   Probleme   noch   mit   Diplomatie   lösen,   ohne   uns   dabei   wirtschaftlich   zu ruinieren,   fußt   doch   die   europäische,   nicht   wie   die   amerikanische   Wirtschaft   zur Überlast, auf Rüstungsgewinne.
Flüchtlingshilfe FAZ: »Jordaniens menschlicher Umgang mit Flüchtlingen« (5. August 2015) Flüchtlingshilfe Rosenplatz: »EU lässt das UN- Welternährungsprogramm in Syrien im Stich« (18. September 2015) UNRWA (23. Mai 2016) Deutschlandfunk: »Syrische Flüchtlinge in Jordanien - Unbeliebte Neuankömmlinge« (4. Dezember 2013)

Von der Willkommenskultur zur deutschen Leitkultur

Dabei   hilft   es   nicht   eine   Kampagne   zur   Willkommenskultur   auszurufen   oder   gar   eine deutsche     Leitkultur     zu     verordnen,     welche     der     Einwanderungswillige     noch unterzeichnen   muss,   wie   beispielsweise   der   FOCUS   im   Namen   der   Bundesregierung fordert.   Haben   sich   die   Redakteure   einmal   gefragt,   wie   sich   ein   Syrier   dabei   fühlt, wenn    er    sich    die    Meinung    »…    Existenzrecht    Israels    als    Teil    der    deutschen Staatsräson«   (Quelle:   FOCUS,   » Integrationspflicht   für   Migranten «,   1.   Oktober   2015) zu   eigen   machen   soll.   Also   einen   Staat   bedingungslos   anerkennen   soll,   mit   welchem er   seit   1948   beinah   dauerhaft   im   Krieg   steht.   (Siehe:   Karin   Leukefeld,   Flächenbrand Syrien ,   Irak,   PapyRossa   Verlag,   Köln   2015)   Noch   beschämender   fühlt   er   sich,   wenn er   als   abgeschobener   Flüchtling   in   seine   Heimatregion   zurückkehrt.   Hier   wird   er   von seinen    eigenen    Leuten,    eine    Form    der    schlimmsten    Demütigungen    für    einen Menschen, als gescheitert abgestempelt. Um   uns   dieses   Gefühl   zu   verdeutlichen,   nehmen   wir   eine   Situation   aus   unserer Umgebung.   Stellen   wir   uns   vor,   ein   jahrelanges   Traditionsgeschäft   schließt   seine Pforten.   Uns   kommt   es   selten   in   den   Sinn,   dass   der   Inhaber   in   den   wohl   verdienten Ruhestand   treten   möchte.   Stattdessen   sprechen   wir   ihn   häufig   mit   den   Worten   an: »Es   geht   wohl   nicht?«   oder   noch   dreister:   »Wann   senken   Sie   ihre   Ware?   Sie   wollen das doch nicht alles wegschmeißen?« Zurück   zur   Willkommenskultur.   Sie   muss   für   den   einzelnen   Bürger   fühlbar   gemacht werden.    Eine    TV-Orgie,    wie    im    August    2015    durch    das    öffentlich    rechtliche Fernsehen   veranstaltet,   mit   Nationalstolz   im   Gewand   des   Humanismus,   um   aller Welt   mitzuteilen:   wir   Deutschen   von   heute   sind   ganz   anders.   Wir   sind   weltoffen   und tolerant   gegenüber   Vertriebenen   und   Verfolgten,    wobei   wir   uns   mit   den   Flüchtlingen selbst    zu    adeln    versuchen,    wirkt    deplatziert.    Wer    ehrlich    hilft,    hilft    auch    ohne Medienpräsenz.    Und    dass    sich    damit    national    denkende    Menschen,    ob    Pegida- Anhänger   oder   nicht   überzeugen   lassen,   bleibt   zu   bezweifeln.   Dieser   Mensch   sieht nur   einströmende   Fremde,   welche   ihm   nach   seinem   Arbeitsplatz   trachten.   Und genau    diese    Bürger    fühlen    sich    bestätigt    durch    folgenden    Journalismus:    »1. Flüchtlinge   nehmen   uns   unsere   Jobs   weg.   Falsch!   Der   Arbeitsmarkt   in   Deutschland brummt.   Zur   Jahresmitte   waren   fast   43   Millionen   Menschen   erwerbstätig,   170   000 mehr   als   ein   Jahr   zuvor.   Rekord!   Gleichzeitig   waren   bei   den   Arbeitsagenturen   589 000   Stellen   als   offen   gemeldet,   87   000   mehr   als   vor   einem   Jahr…«   (Quelle:   Bild entlarvt   » Sieben   Vorurteile   gegenüber   Flüchtlingen «,   26.   August   2015)   Bild   ergreift nicht   etwa   Partei   für   die   Flüchtlinge,   sondern   nimmt   Vorurteile   und   reichert   sie   mit vermeintlichen   Fakten   an,   dass   der   Leser   klar   das   Falsch   als   Richtig    erkennt.   Er schlussfolgert:   Wenn   der   Arbeitsmarkt   nicht   brummt,   werden   diese   Arbeitskräfte nicht eingestellt, sondern entlassen. Das   es   auch   im   Journalismus   anders   geht,   zeigt   die   Reportage   Die   heile   Welt   des Jose   Heeg .   Nehmen   wir   Henning   Sußebach   als Beispiel   für   echten   investigativen   Journalismus aus    dem    Pulk    der    Reporter,    welche    diesem Berufsstand   noch   mit   Ehre   anreichern.   Besser als   in   dieser   Reportage   über   Ausländer   kann man   Toleranz   und   Vertrauen   als   Mittel   gegen Selbstgerechtigkeit   kaum   verdeutlichen.   Und dass    wir    kaum    Tolerant    sind,    zeigt    sich spätestens   beim   Mindestlohn.   Denn   Toleranz hat   immer   etwas   mit   Gönnen   gemein.   Seit   wir die      Geiz      ist      Geil       Mentalität      gänzlich verinnerlicht     haben,     verbreitet     sich     die landläufige    Meinung:     Das    Produkt,    was    ich verkaufe   ist   zu   billig,   aber   das,   welches   Du verkaufst   kommt   dem   Mondpreis   nah ,   wie   ein   Flächenbrand.   Jeder   möchte   8,50 Euro   (brutto)   in   der   Stunde   haben.   Das   bedeutet,   ich   klage   sie   nicht   nur   für   mich ein,    sondern    ich    gönne    es    auch    meinem    Nachbarn,    meinem    Gegenüber,    dem anderen    Mitmenschen.    Es    ist    leicht    mit    der    gegenseitigen    Geringschätzung    zu brechen,   doch   sollten   wir   bedenken,   dass   »je   individualistischer   eine   Gesellschaft, desto   raumgreifender   werden   offenbar   auch   die   Egoisten.   Und   je   ungleicher   eine Gesellschaft,   desto   verheerender   enden   die   Kollisionen.«   (Quelle:   H.   Sußebach,   Die große Welt gleich nebenan , S. 49) Seite 3
mehr zum Thema Zeit-Magazin: »Herr Hibbe macht zu« (10. Juli 2014) Zeit-Magazin: »Die heile Welt des Josef Heeg« (16.  April 2014) Henning Sußebach, Die große Welt gleich nebenan, Ch. Links Verlag, März 2016
»je individualistischer eine Gesellschaft, desto raumgreifender werden offenbar auch die Egoisten. Und je ungleicher eine Gesellschaft, desto verheerender enden die Kollisionen.« (Henning Sußebach, Journalist)  
Kind mit Kleinkind auf dem Arm, Jugoslawien, Kosovo, 1998
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Die Toleranz ist schuld

Fragmente zum Populismus, über Flüchtlinge und AfD

Seite 1   Seite 3

Flüchtlinge aus dem Balkan

Legen   wir   hierzu,   weil uns       diese       Region näher    und    scheinbar vertrauter    ist,    unser A    u    g    e    n    m    e    r    k      stellvertretend   für   alle a     n     d     e     r     e     n       Flüchtlingsgebiete    auf den    Balkan,    genauer auf      das      ehemalige Jugoslawien            und Albanien.     Fast     jeder hat     die     Bilder     der g     r     ö     ß     t     e     n       Flüchtlingstrecks     und Routen    im    Kopf.    Die Menschen        drängen nach       Mittel-       und Nordeuropa.            Die Sachlage     ist     also     für     einen     Mitteleuropäer     leichter     zu begreifen.   Hauptsächlich   ist   die   Armut   der   Menschen   aus   den Zerfallsstaaten    des    einstigen    Tito -Staates    Jugoslawien    und Albanien    der    Grund    zur    Flucht.    Es    ist    das    Ergebnis    der westeuropäischen   Politik,   zunächst   unter   Anleitung   der   NATO, hier      besonders      der      USA,      heute      der      europäischen Führungseliten.    Erstens    wollten    sie    keinen    sozialistischen Staat,   schon   gar   nicht   so   einen   großen,   zweitens   keinen   in solch   einer   guten   politischen   und   ökonomischen   Verfassung und     drittens     passte     Jugoslawien     in     Anbetracht     seiner geostrategischen   Lage   ganz   und   gar   nicht   in   das   aufstrebende EU-Projekt.   Zum   Anlass   des   Einmischens   des   Westens   kam   die Beschwerde   separatistischer   Nationalisten,   die   sich   von   der jugoslawischen   Regierung   materiell   nie   genug   berücksichtigt fanden,   gerade   recht,   um   Einzelstaatsgründungen   auf   dem Westbalkan     voranzutreiben.     Das     Ziel     war,     einen     neuen Binnenmarkt,   zudem   von   beachtlicher   Größe,   zu   erschließen, die    Leitwährung    Dollar    weiteren    Weltregionen    aufzulegen. Alles   unter   dem   simplen   Vorwand,   die   Menschen   vom   »Joch der    Sowjetunion«    zu    befreien.    Ein    Schuldiger    war    schnell gefunden:            Serbien, welches                      die Gebietsansprüche       am Kosovo    nicht    aufgeben wollte.     Es     folgte     die Kriegserklärung          der NATO,          die          sich großkotzig   mit   der   US- Luftwaffe präsentierte. Nach     der     militärischen     Befreiung     (die     amerikanischen Rüstungskonzerne     haben     beachtlich     verdient)     folgte     die friedliche   Annexion   der   Europäischen   Union.   Hierzu   wurden   die vorgefundenen    Wirtschaftsgüter    auf    ihre    Tauglichkeit    für europäisches   Kapital   geprüft.   Ganz   konkret,   bei   Unattraktiven überließ      man      den      Arbeiterselbstverwaltungen      in      den jugoslawischen    Betrieben    die    Abwicklung    der    Arbeitskräfte. Hingegen   sich   bei   produktiven   Unternehmen   die   europäischen Wirtschaftsbosse    als    Heilbringer    aufopferten .    Das    Ergebnis dieser       Machenschaften       zeigte       sich       schnell,       die Arbeitslosenquote   stieg   rapid   auf   40   Prozent   innerhalb   eines Jahres   an.   Für   die   einheimische   Bevölkerung   stand   auch   hier der       Schlechte ,       die       Leute       aus       den       ehemaligen Arbeiterselbstverwaltungen   und   der   Gute ,    die   EU   mit   ihren Wirtschaftsbossen   und   ihrem   amerikanischen   Dollar,   fest.   Die Folgen   spüren   wir   jetzt.   Die   EU   hat   einfach   übersehen,   dass   es vor   Ort   zu   viele   Menschen   gibt,   welche   auf   Lohn   angewiesen sind.   Vergessen   wurde   einfach,   dass   ein   neuer   Absatzmarkt, neue   Konsumenten   benötigt   und   dass   ein   Konsument   nur   ein solcher    sein    kann,    wenn    er    Geld    verdient.    Kann    er    nicht genügend   verdienen,   sucht   er   sich   einen   andern   Lebensfleck, wo   er   es   zumindest   theoretisch   könnte.   Zynisch   müsste   man behaupten,   hat   nicht   die   deutsche   Politik   immer   gefordert, besonders   von   den   in   Deutschland   lebenden   Arbeitslosen,   die Menschen   müssen   flexibler   in   der   Region   der   Arbeitssuche werden.    Nun    bitte    Herr    Ingo    Kramer,    als    Vertreter    der Unternehmerschaft,   hier   haben   Sie   ihre   Arbeitskräfte.   Er   darf sicher   sein,   dass   Zöllner,   Polizei   und   Behörden   die   Flüchtlinge katalogmäßig   korrekt   erfassen   und   diese   von   Sprachlehrern   zu Deutsch   sprechenden   Billiglöhnern      ausgebildet   werden.   Der Staatsapparat     arbeitet,     ohne     dass     es     dem     einzelnen Staatsdiener    selbst    bewusst    ist,    am    Limit    für    dieses    Ziel. (Ihren   Stundenlohn   zahlen   nicht   die   Konzerne,   sondern   er wird    aus    der    Staatskasse    –    mit    Steuereinnahmen    der allgemeinen Bevölkerung - bezahlt) Zwischenzeitlich    ist    für    die    ehemaligen    Jugoslawen    und Albaner    die    Ernüchterung    gekommen.    Die    Länder    Serbien, Mazedonien,   Montenegro,   Albanien,   Bosnien-Herzegowina   und der   Kosovo   stehen   auf   der   Liste   der   sicheren   Herkunftsländer. Das   bedeutet,   die   Anerkennung   der   Menschen   auf   Asyl   gehen gegen   Null.   Seit   Anfang   2015   werden   alle   Flüchtlinge   aus   den eben    benannten    Staaten    in    ihre    jeweiligen    Heimatländer zurück    geschickt.    Als    Lohn    für    den    jahrelangen    Dienst    im Sinne   der   EU   wird   eben   diesen   Menschen   ein   EU-Beitritt   in Aussicht gestellt.
mehr zum Thema Sahra Wagenknecht (DIE LINKE) Soziale Kälte und solidarisches Miteinander, das geht nicht zusammen (17. Februar 2016)

CDU und SPD sprechen von einem

»Dauerproblem«

Um          das          Thema Flüchtlingspolitik   in   den Griff      zu      bekommen, betont                        die Regierungskoalition    aus CDU    und    SPD    immer wieder,     dass     sie     mit dieser   Aufgabe   »zu   tun« haben.       Intern       und inoffiziell     spricht     man gar          von          einem »Dauerproblem.«    Völlig realitätsfern          scheint ihnen    zu    sein,    dieses »  «    dadurch   zu   lösen,   in   den Ländern,        welche        die Menschen          massenweise          verlassen,          vernünftige Lebensbedingungen   zu   schaffen.   Dies   würde   allerdings   nicht dem   westlichen,   gleich   imperialistischen   Weltbild   entsprechen, dessen    noch    nicht    offiziell    verkündeten    Ziel    es    ist,    die kapitalistische       Weltrevolution ,        besonders       nach       dem Zusammenbruch   des   Ostblockes,   voran   zu   treiben.   Dies   zeigt sich   bereits   darin,   dass   Hilfsorganisationen   bereits   seit   2013 bei    der    EU    um    Geld    für    syrische    Flüchtlinge    in    Jordanien betteln.   (Jordanien   hatte   2015   5,9   Mill.   Einwohner   und   1,9 Mill.   Flüchtlinge)   Ganz   unverhohlen   spiegelt   sich   das   in   der amerikanischen   Rüstungs-   und   Weltpolitik   wieder,   welche   auf einem   klaren   Schwarz-Weiß-Denken   beruht,   wer   nicht   für   uns arbeitet,   ist   gegen   uns.   Solch   ein   Staat   wird   kurzerhand   von Amerika   zum   Schurkenstaat    oder   zur   Terrorregion   erklärt.   Die Lösung    heißt    für    die    USA    häufig    nicht    Diplomatie    sondern Krieg.   So   leiden   viele   ehemalig   besetzte   Staaten   an   deren Säuberungsaktionen.    In    Südostasien    hat    Amerika    sein    Ziel bereits   erreicht:   Transpazifische   Partnerschaft   (TPP) ,   ein Handelsabkommen,    welches    fast    ausschließlich    Vereinigten Staaten   von   Amerika   Vorteile   bringt   und   die   ostasiatischen Staaten    in    absehbarer    Zeit,    circa    zehn    Jahren,    in    die Überschuldung gegenüber den USA treibt. Dieser   Politik   wegen   haben   es   die   Menschen   satt,   in   einem Staat,   zerfressen   vom   Krieg,   mit   ausgelaugter   Wirtschaft   zu leben.   Sie   werden   Flüchtling.   Sie   suchen   sich   ein   Zielland, welches   ihnen   die   Möglichkeit   einer   menschenwürdigen   und wirtschaftlichen    Existenz    bietet.    Europa    ist    diese    Hoffnung. Europa   ist   mehr.   Wir   können   die   Probleme   noch   mit   Diplomatie lösen,   ohne   uns   dabei   wirtschaftlich   zu   ruinieren,   fußt   doch   die europäische,    nicht    wie    die    amerikanische    Wirtschaft    zur Überlast, auf Rüstungsgewinne.
Flüchtlingshilfe FAZ: »Jordaniens menschlicher Umgang mit Flüchtlingen« (5. August 2015) Flüchtlingshilfe Rosenplatz: »EU lässt das UN- Welternährungsprogramm in Syrien im Stich« (18. September 2015) UNRWA (23. Mai 2016) Deutschlandfunk: »Syrische Flüchtlinge in Jordanien - Unbeliebte Neuankömmlinge« (4. Dezember 2013)

Von der Willkommenskultur zur

deutschen Leitkultur

Dabei    hilft    es    nicht    eine    Kampagne    zur    Willkommenskultur auszurufen   oder   gar   eine   deutsche   Leitkultur   zu   verordnen, welche    der    Einwanderungswillige    noch    unterzeichnen    muss, wie   beispielsweise   der   FOCUS   im   Namen   der   Bundesregierung fordert.   Haben   sich   die   Redakteure   einmal   gefragt,   wie   sich   ein Syrier   dabei   fühlt,   wenn   er   sich   die   Meinung   »…   Existenzrecht Israels   als   Teil   der   deutschen   Staatsräson«   (Quelle:   FOCUS, » Integrationspflicht   für   Migranten «,   1.   Oktober   2015)   zu   eigen machen   soll.   Also   einen   Staat   bedingungslos   anerkennen   soll, mit   welchem   er   seit   1948   beinah   dauerhaft   im   Krieg   steht. (Siehe:   Karin   Leukefeld,   Flächenbrand   Syrien ,   Irak,   PapyRossa Verlag,   Köln   2015)   Noch   beschämender   fühlt   er   sich,   wenn   er als      abgeschobener      Flüchtling      in      seine      Heimatregion zurückkehrt.   Hier   wird   er   von   seinen   eigenen   Leuten,   eine Form   der   schlimmsten   Demütigungen   für   einen   Menschen,   als gescheitert abgestempelt. Um    uns    dieses    Gefühl    zu    verdeutlichen,    nehmen    wir    eine Situation    aus    unserer    Umgebung.    Stellen    wir    uns    vor,    ein jahrelanges    Traditionsgeschäft    schließt    seine    Pforten.    Uns kommt   es   selten   in   den   Sinn,   dass   der   Inhaber   in   den   wohl verdienten   Ruhestand   treten   möchte.   Stattdessen   sprechen   wir ihn   häufig   mit   den   Worten   an:   »Es   geht   wohl   nicht?«   oder noch   dreister:   »Wann   senken   Sie   ihre   Ware?   Sie   wollen   das doch nicht alles wegschmeißen?« Zurück   zur   Willkommenskultur.   Sie   muss   für   den   einzelnen Bürger   fühlbar   gemacht   werden.   Eine   TV-Orgie,   wie   im   August 2015   durch   das   öffentlich   rechtliche   Fernsehen   veranstaltet, mit   Nationalstolz   im   Gewand   des   Humanismus,   um   aller   Welt mitzuteilen:   wir   Deutschen   von   heute   sind   ganz   anders.   Wir sind    weltoffen    und    tolerant    gegenüber    Vertriebenen    und Verfolgten,    wobei   wir   uns   mit   den   Flüchtlingen   selbst   zu   adeln versuchen,   wirkt   deplatziert.   Wer   ehrlich   hilft,   hilft   auch   ohne Medienpräsenz.    Und    dass    sich    damit    national    denkende Menschen,   ob   Pegida-Anhänger   oder   nicht   überzeugen   lassen, bleibt   zu   bezweifeln.   Dieser   Mensch   sieht   nur   einströmende Fremde,   welche   ihm   nach   seinem   Arbeitsplatz   trachten.   Und genau    diese    Bürger    fühlen    sich    bestätigt    durch    folgenden Journalismus:   »1.   Flüchtlinge   nehmen   uns   unsere   Jobs   weg. Falsch!     Der     Arbeitsmarkt     in     Deutschland     brummt.     Zur Jahresmitte   waren   fast   43   Millionen   Menschen   erwerbstätig, 170   000   mehr   als   ein   Jahr   zuvor.   Rekord!   Gleichzeitig   waren bei   den   Arbeitsagenturen   589   000   Stellen   als   offen   gemeldet, 87    000    mehr    als    vor    einem    Jahr…«    (Quelle:    Bild    entlarvt » Sieben   Vorurteile   gegenüber   Flüchtlingen «,   26.   August   2015) Bild    ergreift    nicht    etwa    Partei    für    die    Flüchtlinge,    sondern nimmt   Vorurteile   und   reichert   sie   mit   vermeintlichen   Fakten an,   dass   der   Leser   klar   das   Falsch   als   Richtig    erkennt.   Er schlussfolgert:   Wenn   der   Arbeitsmarkt   nicht   brummt,   werden diese Arbeitskräfte nicht eingestellt, sondern entlassen. Das      es      auch      im Journalismus       anders geht,         zeigt         die Reportage     Die     heile Welt    des    Jose    Heeg . Nehmen    wir    Henning Sußebach    als    Beispiel für                     echten i   n   v   e   s   t   i   g   a   t   i   v   e   n     Journalismus   aus   dem Pulk      der      Reporter, welche               diesem Berufsstand    noch    mit Ehre   anreichern.   Besser als   in   dieser   Reportage   über   Ausländer   kann   man   Toleranz   und Vertrauen      als      Mittel      gegen      Selbstgerechtigkeit      kaum verdeutlichen.   Und   dass   wir   kaum   Tolerant   sind,   zeigt   sich spätestens   beim   Mindestlohn.   Denn   Toleranz   hat   immer   etwas mit    Gönnen    gemein.    Seit    wir    die    Geiz    ist    Geil     Mentalität gänzlich    verinnerlicht    haben,    verbreitet    sich    die    landläufige Meinung:    Das   Produkt,   was   ich   verkaufe   ist   zu   billig,   aber   das, welches   Du   verkaufst   kommt   dem   Mondpreis   nah ,   wie   ein Flächenbrand.   Jeder   möchte   8,50   Euro   (brutto)   in   der   Stunde haben.   Das   bedeutet,   ich   klage   sie   nicht   nur   für   mich   ein, sondern    ich    gönne    es    auch    meinem    Nachbarn,    meinem Gegenüber,   dem   anderen   Mitmenschen.   Es   ist   leicht   mit   der gegenseitigen   Geringschätzung   zu   brechen,   doch   sollten   wir bedenken,   dass   »je   individualistischer   eine   Gesellschaft,   desto raumgreifender   werden   offenbar   auch   die   Egoisten.   Und   je ungleicher   eine   Gesellschaft,   desto   verheerender   enden   die Kollisionen.«    (Quelle:    H.    Sußebach,    Die    große    Welt    gleich nebenan , S. 49) Seite 3
mehr zum Thema Zeit-Magazin: »Herr Hibbe macht zu« (10. Juli 2014) Zeit-Magazin: »Die heile Welt des Josef Heeg« (16.  April 2014) Henning Sußebach, Die große Welt gleich nebenan, Ch. Links Verlag, März 2016
»je individualistischer eine Gesellschaft, desto raumgreifender werden offenbar auch die Egoisten. Und je ungleicher eine Gesellschaft, desto verheerender enden die Kollisionen.« (Henning Sußebach, Journalist)  
Kind mit Kleinkind auf dem Arm, Jugoslawien, Kosovo, 1998