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Drei neue Glocken zu hören - von der Orgel nur Gehäuse zu bewundern

Alte Dorfkirche in Coswig wird für die 500-Jahrfeier restauriert

 

»Coswig (jb). Eine der schönsten noch erhaltenen sächsischen Dorfkirchen, die Alte Kirche Peter und Paul in Coswig, feiert in diesem Jahr ihr 500jähriges Bestehen. Zu diesem Ereignis findet vom 7. bis 14. September eine Festwoche statt.

 

"Die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde sollen die Kirche wieder als kulturelles, religiöses und gesellschaftliches Denkmal wahrnehmen", erklärt Markus Manzer, Pfarrer von Coswig, gegenüber SZ. 

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Kanzel ebenfalls wiederhergestellt

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Der Bau der spätgotischen Kirche begann im Jahr 1496, wofür Nicol Karras, der noch in der Wasserburg zu Coßewigk lebte, 750 rheinische Gulden stiftete. Im folgenden Jahr wurde die Kirche eingeweiht. Noch heute können die Wappen der Geschlechter Karras und etwas tiefer der Pöllnitz', in dem die Frau von Nicol Karras geboren wurde, am Südportal bewundert werden. Auch die Steinmetzzeichen an den Wänden des südlichen Turmfensters stammen aus dieser Zeit.

Artikel in der "Sächsischen Zeitung" Meißen

 

 

 

 

 

 

Die ersten Umbauten erlebte die Dorfkirche 1611. Der sächsische Kurfürst hatte sein Jagdgebiet vergrößert, so dass die Bewohner des Dorfes Kreyern, das im Friedewald lag, nach Coswig und Zaschendorf umziehen mussten. Damit wurde die Kirche zu klein für die schnell gewachsene Bevölkerung. So wurde die Kirche erhöht und mit einem Satteldach gedeckt. 

Bildunterschrift:

 

»Die alte Kirche in Coswig. Anlässlich ihres 500jährigen Bestehens findet vom 7. bis 14. September eine Festwoche statt.« 

Aus dem Jahr 1611 stammt auch die bereits restaurierte Kassettendecke mit der farbenprächtigen Darstellung der Auferstehung Christi und des jüngsten Gerichts, die von den Bildnissen der zwölf Apostel umgeben sind. 

 

Ebenso detailgetreu wurden die Empore - ein erhöhter Sitzraum - mit ihren 18 Bildern der Leidensgeschichte Christi bis zu seiner Auferstehung und die Kanzel mit den Bildern der vier Evangelisten wiederhergestellt. 

 

1735 kam es zu einer nächsten großen Erweiterung. Es wurde eine zweite Empore, die anschließend mit Rokokokartuschen bemalt wurde, eingebaut. Außerdem wurde die östliche Turmwand durchbrochen, um den Orgelchor zu vergrößern. 

 

Die Renaissance-Orgel, die hier vermutlich 1730 installiert wurde, wird zur Zeit in der Dresdner Orgelwerkstatt Kristian Wegscheider rekonstruiert. Das Orgelgehäuse kann bereits wieder in seiner vollen Schönheit bewundert werden. 

 

Leider ist die Orgel noch stumm. "Dazu fehlt uns das Geld", so Markus Manzer. "Um sie zum Klingen zu bringen - was im nächsten Jahr gelingen könnte - brauchen wir die Mithilfe der Bürger. Zehn Mark als Spende von jedem Coswiger würden dazu ausreichen." 

 

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Restaurator -Vortrag am 10. September

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Der gotische Flügelaltar wird vom Coswiger Ehepaar Almuth und Henner Franck saniert. Bisher konnte nur eine Madonna von den zahlreichen holzgeschnitzten Figuren, die 1972 und 1982 bei Einbrüchen gestohlen wurden. Restaurator Henner Franck hält am 10. September um 19.30 Uhr im Museum Coswig einen Vortrag über die neuen Erkenntnisse der Baugeschichte und den Stand der Restaurierung. 

 

Eröffnet werden die Festtage am 7. September um 9.30 Uhr mit einem Festgottesdienst, den der Landesbischof Volker Kreß hält. An deisem Tag werden auch die Glocken, die von der Kunstgießerei Lauchhammer neu gegossen wurden, zum ersten Mal läuten. 

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  Dieser Artikel erschien am 4. September 1997 in der "Sächsischen Zeitung", Meißner Ausgabe.

 

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