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Die murmelnden Mönche Zu Besuch im russischen Lamakloster Ivolginsk |
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Burjatien - Knapp 40 Kilometer westlich von Ulan-Ude, an den Ausläufern des Chamar-Daban-Gebirges erhebt sich das zentrale Heiligtum des Buddhismus in Russland: das Lamakloster Iwolginsk. Der Buddhismus ist in Russland eine vergleichsweise junge Erscheinung, in der Baikalregion hat er fast gleichzeitig mit dem Christentum Einzug gehalten, vor etwa 250 Jahren. |
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Früh am Morgen, die junge Frau an der Hotelrezeption wiegt sich noch im Schlaf, fährt der erste Bus von Ulan-Ude, der Hauptstadt der Republik Burjatien, über die holprige Landstraße Richtung Iwolginsk. Landarbeiter steigen zu, beladen mit ihren Hacken und Schaufeln, quetschen sie sich auf die Sitzbänke im Bus. Es riecht nach Tabak und Käse. Stille. Nur das Heulen des Motors ist zu hören.
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Haupttempel |
zwei Mönche diskutieren |
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Knapp 40 Kilometer westlich von Ulan-Ude, an den Ausläufern des Chamar-Daban-Gebirges erhebt sich das zentrale Heiligtum des Buddhismus in Russland: das Lamakloster Iwolginsk. Der Buddhismus ist in Russland eine vergleichsweise junge Erscheinung, in der Baikalregion hat er fast gleichzeitig mit dem Christentum Einzug gehalten, vor etwa 250 Jahren.
Schon von weitem ist das Kloster, 1949 mit dem Segen Stalins gegründet, als ungewöhnliches Bauwerk zu erkennen: eine bunte exotische Insel im flimmernden Licht der eintönig grauen Ebene. Die Frauen der Mönche
Hinter dem hohen hölzernen Palisadenzaun erheben sich geschwungene
rot-gelbe Pagodendächer. Rund um den Haupttempel kleine Bethäuser und
ein hölzernes Schulhaus, Sauna, Bibliothek, dazwischen die Wohnhäuser
der Mönche, einige verbunden durch Leinen, auf denen farbenfrohe Wäsche
flattert. Etwas abseits, für den Besucher nicht sofort zu erkennen, sitzen zwei Frauen mit ihren Kindern. Zu sowjetischen Zeiten durften die Mönche heiraten. Die Ehen haben weiterhin Bestand, auch nach der politischen Wende. Neue dürfen nicht mehr geschlossen werden, denn seit 1991 gilt für die Mönche wieder das Zölibat.
„Schauen sie sich alles nur genau an“, betont die Burjatin, nicht aufdringlich, eher schüchtern: „Vielleicht können Sie etwas lernen.“ Sie führt den Besucher in einen Raum, klein und niedrig, vollgestopft mit Buddhafiguren und Kerzen, Teppichen an den Wänden und allerlei Trinkschalen und Gebetstrommeln. Darf hier fotografiert werden? Natürlich, aber bitte beeilen, um diese frühe Stunde sieht es niemand. Das bleibt aber eine Ausnahme für Gäste aus dem westlichen Ausland.
Draußen knarren Gebetsmühlen, und an den weiß getünchten, pyramidenartigen Kultstätten, den Stupa, verbeugen sich die Gläubigen und berühren sie mit der Stirn, den Lippen oder den Händen. Sie stehen erhöht, dem Buddha näher.
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Gebetsmühlen |
Wohnhaus innerhalb der Tempelanlage |
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Buddhistischer Glaube Um acht Uhr im Haupttempel, bewacht von zwei gelb-schwarzen Tigern aus Stein, beginnt das Morgengebet. In der Mitte des Tempels nehmen etwa fünfzig Mönche und Klosterschüler Platz, alle in Gewändern unterschiedlicher Farbe. Rot, blau und orange dominieren. Sie hocken auf langen Bänken in Dreierreihen. Vor ihnen stehen niedrige Tischchen, auf denen sie Papierrollen mit Gebetstexten ausbreiten. An der Stirnseite vor einem prachtvollen Thron hängt ein großes Ölbild, ein Portrait des Dalai Lama, der Ivolginsk 1991 und 1993 besuchte.
Der Gottesdienst selbst wird in tibetischer Sprache abgehalten und erscheint dem Religionsfremden als ein stetig an- und abschwellendes Gemurmel, unterbrochen von zuweilen sanften, zuweilen heftig bis gewitterartigen Akzenten, wofür die verschiedenen Gongs, Becken und Glocken eingesetzt werden.
In der ersten kurzen Pause reicht der Zydyp-Lama den Mönchen heißen Tee mit Zuckerstückchen und eine Scheibe Brot. Zwei junge Mönche werfen sich ehrfurchtsvoll zu Boden, richten sich wieder auf und wiederholen die Zeremonie, immer auf den Großen Buddha blickend.
Zum Ausgang hin sollte man sich gemäß des buddhistischen Glaubens im Urzeigersinn bewegen, vorbei am Hinweisschild: „Achten Sie den buddhistischen Glauben, wenn Sie diese Tempelanlage besichtigen“, in Russisch, Mongolisch und Englisch. Und darunter steht geschrieben: „200 Rubel für zwei Fotos, 500 Rubel für fünf Fotos.“ Noch vor der Treppe ins Freie fragt ein alter, in einen roten Umhang gehüllter, kahlgeschorener Mönch: „Fotoerlaubnis?“
"Zeiten haben sich geändert" |
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Stupa
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Mönche auf dem Weg zum Tempel
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