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Ein Hauch von Tibet vermittelt das Gandan-Kloster. Es ist das größte, noch aktive Kloster der Mongolei. Dem aufmerksamen Kenner entgehen kaum die architektonischen Wurzeln Tibets, welche der mongolischen Bauweise zu Grunde liegen. Die alten Traditionen des Buddhismus in der Mongolei nehmen wieder ihren Lauf. Das Kloster zeigt ein interessantes Stück Geschichte, Leben des Lamaismus und die tibetischen Wurzeln des mongolischen Buddhismus.
damalige Lama Luwsantschultemdshigmid (Amtszeit: 1815 – 1842) einen Tempel errichten zu lassen. Er ließ das alte hölzerne Gebäude auf dem Gelände des Gandan aus dem Jahr 1809 abreißen, und es entstand ein Tempel aus Holz und Lehm. Sein Name „Gandantegtschilen Chied“ bedeutet das „Freudvolle Kloster.“ Hier wurde ein theologisches Seminar und eine Fakultät für Medizin und Astrologie angegliedert. Bald darauf entwickelte sich das Kloster neben dem Kloster in Karakorum zu einem bedeutenden Zentrum des Buddhismus der Mongolei. |
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Geschichte, Architektur und Anlagen: Dem aufmerksamen Kenner entgehen kaum die architektonischen Wurzeln Tibets, welche der mongolischen Bauweise zu Grunde liegen. Die Pagodendächer, besonders die der inneren Tempelanlage, sind allerdings typisch chinesisch. Dennoch hatten sich die Erbauer des Komplexes bemüht auch Stilelemente der ursprünglich mongolischen Baukunst einfließen zu lassen, wie beispielsweise das goldene Dach am östlichen Haupttempel. Gleich neben dem Haupttempel existieren kleinere Anlagen. Dort kann man in den morgendlichen Stunden religiöse Zeremonien erleben, junge und alte Lamas bewundern, aber auch zahlreiche Laien bei der Ausübung ihres Glaubens. Östlich der buddhistischen Hochschule steht ein weiterer einzeln stehender Tempel. Dort befindet sich eine Statue des Megdshid Dshanrajsig. Er ist der Schutzpatron Tibets Bodhisattva Avalokiteshvara, tibetisch Tschenresig, dessen Inkarnation der Dalai Lama ist. Mit dieser Statue wurde am 20. Juli 1911 begonnen. Den Auftrag dazu erteilte der damalige Bogd Gegeen. Zwei Jahre später am 18. August 1913 konnte sie geweiht werden. Sie verkörpert die errungene Unabhängigkeit der Mongolei. Allerdings verbindet diese Statue noch den Wunsch des Bogd Gegeen, dass sich sein Augenlicht wider verbessern würde. Im Volksmund wird er oft als Buddha des Augenlichts bezeichnet. 1938 wurde die Statue von Mongolen und Russen demontiert und an einen unbekannten Ort der damaligen Sowjetunion gebracht. Vermutet wird, dass sie sich im Fundus der Eremitage befindet. Dies konnte bis heute nicht bestätigt werden. Viel wahrscheinlicher erscheint der Fakt, dass sie zerstört wurde. Anfang der 90ziger Jahre entschlossen sich die Mönche eine Kopie anzufertigen. Die Finanzierung des Projektes von einer halben Million Euro wurde durch die wenigen Gläubigen der Mongolei, vieler ausländischer Firmen und Tibetischer Mönche bewerkstelligt. Am 26. Oktober 1996 konnte das Kunstwerk durch den Chamba-Lama eingeweiht werden. Die Statue hat eine Höhe von 26,5 Metern und bringt über 90 Tonnen auf die Waage. Verarbeitet wurde das Beste vom Besten: 2100 verschiedene Edelsteine, 9 kg Gold, 25 kg Silber, 20 Tonnen Kupfer, 27 Tonnen Stahl, 15 Tonnen Gips und mehr als 30 Tonnen Zement. Leben im Tempel: Im Innenhof befindet sich eine Tempelbibliothek. Sie beherbergt mehr al 50000 Bücher und Handschriften. Hier gibt es auch die komplette, 108 Bände umfassende Ausgabe des Gandshuur, dem Stadtartwerk des tibetischen Buddhismus, dessen Texte mit goldener Farbe auf schwarzem Papier erhalten ist. Im nordwestlichen Teil der Anlage steht eine übermannsgroße Figurengruppe. Die größte der Statuen zeigt den Tsogkapa, tbetisch Tsong-kha-pa. Er ist der Reformator des tibetischen Buddhismus und Gründer der Gelugspa-Sekte. Besser bekannt ist sie unter dem Begriff Gelbmützen, tibetisch dge-lugs-pa (tugendhaft). Diese 15 kg schwere Silberstatue wurde im 16. Jahrhundert von einem westoiratischem Künstler gegossen. Heute leben im Kloster wieder mehr als 300 aktive Lamas, 100 Lama-Schüler und 40 Studenten des Buddhismus. Die Hochschule innerhalb des Klosters wurde bereits 1970 gegründet. Zischen 1970 und 1990 konnten 80 Lama-Studenten ihr Studium dort absolvieren und zu Ende führen. Heute werden jährlich bereits 10 neue Studenten aufgenommen. Es wird eine Auswahl vorgenommen, das der Andrang auf die begehrten Studienplätze immer weiter ansteigt. Nach Angaben des Oberhauptes der mongolischen Buddhisten Ich Chamba D. Tschojdshamz existieren heute wieder mehr als 160 Kloster, in welchen mehr als 2000 Lamas aktiv sind. Auch werden die alten Klöster wieder hergerichtet und neue können entstehen. Heute ist der mongolische Buddhismus nicht mehr so sehr auf Spendengelder aus dem Ausland angewiesen, inzwischen finanziert der Staat kräftig mit. Die Summen steigen ebenso schnell wie die Armut in der Mongolei. |
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Anreise: Taxi: vom Bahnhof 5 Dollar Bus: Normalbusse Nr. 15 und 20 fahren zum Suchebaatarplatz, aussteigen nach der Kreuzung Enkh Taivny Örgön Chölöö (Friedensstraße) und Öndör Geegen Zandabazaryn Gudamj. Der Bus biegt in die Ikh Toyruu Strasse ein. Anhaltspunkt zum Aussteigen, aus dem Bus sieht man linker Hand das Gandan-Kloster. Dann zu Fuß auf das Gandan-Kloster zugehen. Die Trolleybusse Nr. 2, 4 und 7 fahren direkt zum Suchebaatarplatz, aussteigen an der Kreuzung Enkh Taivny Örgön Chölöö (Friedensstraße) und Öndör Geegen Zandabazaryn Gudamj. Der Bus biegt in die Enkh Taivny Örgön Chölöö, die Hauptstraße Ulaanbaatars, ein. Anhaltspunkt zum Aussteigen, aus dem Bus sieht man das Gandan-Kloster geradezu, wenn der Bus abgebogen ist, an der nächsten Haltestelle aussteigen und das Stück wieder zurückgehen, bis man rechter Hand das Gandan-Kloster sieht. |
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